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Elie Wiesel, Schriftsteller und Überlebender des Holocaust, hat einmal gesagt: „Ihr sollt wissen, dass kein Mensch illegal ist. Das ist ein Widerspruch in sich. Menschen können schön sein oder noch schöner. Sie können gerecht sein oder ungerecht. Aber illegal? Wie kann ein Mensch illegal sein?“

Die Zahl der Menschen, die ohne legalen Aufenthaltsstatus in Deutschland leben, ist groß: 20.000 werden allein in Köln geschätzt, 200.000 in Berlin, bis zu 1 Million in ganz Deutschland. MigrantInnen mit abgelaufenem Visum, Arbeitssuchende, abgewiesene Flüchtlinge, Familienangehörige ohne Besuchserlaubnis, hier gebliebene ehemalige Studierende. Auch ein jahrelanger Aufenthalt, ein anerkannter Flüchtlingsstatus, hier geborene Kinder oder ein Arbeitsplatz schützen sie nicht vor Illegalität, wenn sie nicht zurück in ihr Herkunftsland können oder wollen. Die meisten von ihnen bestreiten ihren Unterhalt und den ihrer Familien mit Hilfe von Arbeit im Bau-, Reinigungs- und Gaststättengewerbe, in Landwirtschaft und Weinbau, sowie der deutschen Sexindustrie. Zunehmend arbeiten sie in Privathaushalten. Sie kochen, putzen, erziehen Kinder oder pflegen Angehörige. Letzteres ist ein Bereich, in dem immer mehr illegale Arbeitsverhältnisse entstehen, weil sich die Bedingungen im Gesundheitswesen verschlechtern.

Menschen ohne Papiere sind faktisch ohne Rechte. Sie können sich nicht offen gegen Mietwucher, Gewaltanwendung, Lohnprellung oder unmenschliche Arbeits- und Lebensbedingungen wehren. Beim Zugang zu ärztlicher Versorgung oder Bildung, z.B. dem Schulbesuch ihrer Kinder, gibt es große Schwierigkeiten. Denn jeder Schritt in der Öffentlichkeit bringt die Gefahr mit sich, entdeckt und abgeschoben zu werden: Das kann bei Kontrollen durch die Polizei geschehen, aber auch durch Denunziation aus der Nachbarbarschaft oder sogenannte Amtshilfe öffentlicher Stellen untereinander.
Der Zustand hat System: Unveräußerliche Menschenrechte werden ihnen vorenthalten, weil das staatliche „Recht“ auf Zugriff mehr zählt als der Schutz der Menschenwürde und weil Rechtlosigkeit die wirtschaftliche Ausbeutung erleichtert. Vor allem aber ist ein immer enger werdendes Netz von Einrichtungen zur Abschottung vor Zuwanderung die Ursache dafür, dass hier immer mehr Menschen in die Illegalität geraten bzw. von Abschiebung bedroht sind: Die deutsche Gesetzgebung, die Innenminister des Bundes und der Länder, die Zuwanderungsbehörde, der Bundesgrenzschutz, die Ausländerbehörden, der Zoll und die Polizei kriminalisieren den Aufenthalt ohne Papiere.
Selbst innerhalb der „Festung Europa“ gibt es andere Beispiele: Belgien, Frankreich, Italien, Portugal, Griechenland und aktuell wieder Spanien boten Ausländern ohne Aufenthaltsrecht in mehreren Initiativen seit den 80er-Jahren Papiere an.


Für einen anderen Umgang mit „Papierlosen“ in Deutschland setzt sich seit 1997 die Kampagne „kein mensch ist illegal“ ein, es folgten kirchliche Gruppen, die Deutsche Bischofskonferenz, und 2000 die Zuwanderungskommission unter Rita Süssmuth (CDU) mit Grundsätzen und Handlungsalternativen. In München und Freiburg gibt es Stadtratsbeschlüsse, die den Zugang etwa zu ärztlicher Versorgung und Bildungseinrichtungen erleichtern. Nichtstaatliche Netzwerke bieten konkrete Hilfe an, der Deutsche Ärztetag formuliert Forderungen. Anfang 2005, veröffentlicht ein breites Bündnis von Prominenten von Norbert Blüm über Sabine Christiansen bis Johannes B. Kerner und Wolfgang Niedecken das Manifest „Illegale Zuwanderung – für eine differenzierte und lösungsorientierte Diskussion“.

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